Benediktinerstift St. Paul

Benediktinerstift

Stift_Sankt_Paul_im_Lavanttal_Nordwest

Kontakt

Benediktinerstift St. Paul
Hauptstraße 1, 9470 St. Paul
Tel.: 04357 / 20 19 DW 16/DW 17
Fax.: 04357 / 20 19 15
www.stift-stpaul.at

Aktuelles

Die Abtei im Paradies - Die Geschichte des Stiftes St. Paul
Von der Gründung 1091 bis zur Wiederbesiedelung 1809
1. Mai bis 29. Oktober 2017
Mittwoch bis Samstag von 10 bis 16 Uhr
Sonn- und Feiertag von 11 bis 17 Uhr
Ruhetage: Montag, Dienstag (wenn Werktag)
Führungen Mittwoch-Freitag um 10.30 Uhr

weitere Infos

Zum 300. Geburtstag der großen Monarchin

Das Stiftsmuseum bietet die Möglichkeit, die wechselvolle Geschichte der Abtei an Hand von kostbaren Exponaten kennen zulernen - und bei einer Führung Einblicke ins Klosterleben damals wie heute zu gewinnen. In den historischen Kellergewölben und Räumlichkeiten der ehemaligen Prälatur machen die Bibliothek und zahlreiche Objekte aus der Kunstsammlung das benediktinische Motto ora et labora et lege anschaulich: bete, arbeite, lies.

Anlässlich des 300. Geburtstages Maria Theresias kann man im Rahmen des Museumsbesuches im Stift heuer auch eine Sonderpräsentation besichtigen, die Leben und Wirken der beeindruckenden Monarchin thematisiert. Neben Grafiken und Münzen zeigen auch ein persönlicher Brief an Fürstabt Martin Gerbert, kostbare liturgische Gerätschaften, ein reich geschmücktes Brustkreuz und weitere Objekte aus der Sammlung und dem Klosterarchiv die enge Verbindung zwischen dem Haus Habsburg und der Geschichte des Stiftes St. Paul auf.

Geschichte

Die Gründung des Stiftes - besiegelt durch ein Privileg Papst Urbans II. - erfolgte im Mai des Jahres 1091. Mönche aus Hirsau in Schwaben bekamen zur Gründung eines Klosters vom Spanheimer Engelbert I. die auf dem heutigen Stiftshügel liegende Burg sowie einige kleinere Ortschaften geschenkt.

Das Stift sollte in erster Linie als Begräbniskloster der Spanheimer dienen. Zwischen 1095 und 1105 erfolgten größere Schenkungen der Söhne Engelberts. 1098 übergaben diese das Kloster an den Papst.

1367 wurde die gesamte Anlage durch einen Brand zerstört; Abt Johannes II. Esslinger ließ um 1460 an den Toren und Mauern Befestigungen errichten, die sich 1476 bei einer Belagerung des Stifts durch die Türken als nützlich erwiesen.
Unter Abt Ulrich Pfinzinger (1515 bis 1530) ging es mit dem vorher blühenden Stift steil bergab. Hohe Schulden erforderten die Verpfändung oder den Verkauf von Besitzungen, und die rasche Ausbreitung des Protestantismus gefährdete das geistliche Leben. Im Jahre 1616 jedoch wurde Hieronymus Marchstaller, auch als "zweiter Gründer" St. Pauls bezeichnet, zum Abt gewählt.

Im Zusammenhang mit dem Um- und Ausbau der Klosteranlage, die im 16. Jahrhundert weder eine merkbare Vermehrung noch Verbesserung der Bausubstanz erfahren hatte, wurde unter Marchstaller das Stift in der Form geschaffen, wie wir es heute kennen. Außerdem baute er die Verschuldung ab, führte die Gegenreformation durch und erhielt die unter seinen Vorgängern verlorengegangenen Gebiete in der Untersteiermark wieder zurück.

Als Hieronymus Marchstaller 1638 starb, hinterließ er ein Kloster, das wieder einen Konvent von 50 (statt vor ihm 10) Mönchen besaß. Im Zuge der Kirchenreform Josephs II. wurde im Jahre 1787 auch das Stift St. Paul aufgehoben. Die Besitztümer mussten an den Religionsfonds übergeben werden, der das Kloster in den 22 Jahren seiner Herrschaft aber sehr verkommen ließ. Als 1809 Mönche aus St. Blasien im Schwarzwald St. Paul wiederbesiedelten, fehlten zum Beispiel sämtliche Fenster und Fußböden. Diese Mönche brachten auch die Gebeine einiger Habsburger mit, die sie aus Basel und dem Kloster Königsfelden im Aargau erworben hatten.

Von 1940 bis 1945 wurde das Stift St. Paul von den Nationalsozialisten zum zweiten Mal aufgehoben und in eine NAPOLA (National-politische Erziehungsanstalt) umgewandelt. Danach wurde das Kloster wieder besiedelt.

Das Stift führt heute ein Gymnasium mit rund 520 Schülern. Im Jahr 1991 fand die erste Kärntner Landesausstellung in den Stiftsgebäuden statt.

Das Stiftsgymnasium ist eines der größten Privatgymnasien Österreichs.
Berühmte Schüler waren zum Beispiel: der Tondichter Hugo Wolf, der Schauspieler Paul Hörbiger, Adolf Lorenz, der Vater des Nobelpreisträgers.

 

Print Friendly, PDF & Email