Geschichte

Markterhebung

In einer päpstlichen Urkunde aus dem Jahre 1184 wird St. Paul erstmals als "Markt" (forum) bezeichnet.

 

Der Markt und seine Geschichte

Ein weiter Weg vom Höflein Brugga, von der handgeschriebenen Urkunde des Kaisers Ferdinand II., bis zur Eigenständigkeit. Das heutige Kloster, eine Stiftung Graf Engelberts I. von Spanheim nimmt in der Reihe der Klostergründungen des 11. Jh. als einer der Vorposten für die Kolonisation des Ostalpenraumes einen ganz besonderen Rang ein. Es hat das geistige und kulturelle Leben schon damals sehr befruchtet und weit über seine engere Umgebung hinaus gewirkt.

Die Geschichte des Marktes St. Paul war immer eng verbunden mit der des Stiftes. Der Markt war ein "Kind" desselben und es erwies sich immer als Unglück für beide, wenn Kräfte die Oberhand erlangten, die die natürliche Harmonie zu stören versuchten. St. Paul, als gewachsene Einheit von Kloster und Markt ist durch das Stift mit seinem Gymnasium als anerkannte christliche Erziehungsstätte weithin bekannt und ein Ort mit bedeutender geistlicher Ausstrahlung.

 

Die wirtschaftliche Entwicklung

Der Markt St. Paul entwickelte sich bis zum Ende des 19. Jh. sehr begrenzt, war er doch verkehrsabgelegen und verhältnismäßig abgeschlossen. Erst mit der Errichtung der Bahnlinie Unterdrauburg - Wolfsberg im Jahre 1879 und schließlich mit dem Weiterbau der Bahnlinie nach Zeltweg erfolgte der erste wirklich spürbare Anstoß zu einer nennenswerten Belebung der Wirtschaft. Doch durch die zwei Weltkriege war das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben in der Marktgemeinde St. Paul wieder auf den Nullpunkt gesunken.

Aber schon kurz nach Beendigung der schrecklichen Kriegsereignisse wurde durch die Initiative der Gemeinde und unter tatkräftiger Mitarbeit der Bevölkerung, mit dem Wiederaufbau begonnen. Das Ziel war, St. Paul wieder zum traditionellen Mittelpunkt des unteren Lavanttales zu machen und man begann mit umfangreichen baulichen Maßnahmen.

 

Umwelt

Nach einer Verringerung der Luftbelastung durch die Grossmittenten Frantschach und St. Andrä konnte durch die großräumige Versorgung des Marktes mit Erdgas eine zusätzliche Entlastung von Schadstoffen erreicht werden.

Durch die Errichtung von Umweltinseln wird das Umweltbewusstsein der Bevölkerung durch gezielte Aktionen der Gemeinde (Zusendung von Mülltrennometern und Aufklärungsinformationen) angehoben und verstärkt.

Die Ortskanalisation ist flächendeckend ausgebaut und an die Zentralkläranlage "Mittleres Lavanttal" angeschlossen. Dadurch konnten landschaftsökologische Beeinträchtigungen wesentlich gemindert werden.

 

Naturraum / Landwirtschaft

In der Landwirtschaft hat sich der Trend zur "Nebenerwerbslandwirtschaft" weiter verstärkt. Die Gehöfte sind überwiegend familienbetrieblich strukturiert und stellen einen wichtigen Träger des Natur- und Landschaftsraumes sowie einen bedeutenden Wirtschaftszweig der Marktgemeinde dar.

In der permanenten Suche der Bauern nach sinnvollen Einkommensalternativen wurden Pilotprojekte entwickelt, wie etwa die "St. Pauler Mostbarkeiten".
Seit einigen Jahren findet die österreichweit ausgerichtete internationale Mostmesse statt - eine Präsentation rund um den Apfel und andere Obstprodukte. Damit wurde ein Modell geschaffen, in welchem Land- und Forstwirtschaft, Gastgewerbe, Tourismus und Schwerpunktprojekte der Region mit überregionaler Bedeutung integriert sind.

Über das Kulturlandschaftsprogramm wurden Straßenalleen ergänzt bzw. erweitert. Etwa 3000 Stück Hochstammbäume alter Obstbaumsorten wurden gepflanzt.

Es wurde eine gesamteinheitliche Beschilderung der Wander- und Radfahrwege sowie der Mountainbikestrecken vorgenommen. Ein eigens benannter Mostwanderweg im Gebietsteil Granitztal bürgt für Einzigartigkeit in der Region.

 

Kultur

Erklärtes Ziel ist es, die Tradition als geistiges und kulturelles Zentrum Kärntens zu wahren. Das Benediktinerstift feierte im Jahre 1991 die 1. Kärntner Landesausstellung (262.000 Besucher). Wegen der reichhaltigen Kunstschätze und nicht zuletzt auch der landschaftlichen Schönheit wurde St. Paul das Prädikat "SCHATZHAUS KÄRNTENS" vergeben.

 

Natur / Erholung

Die Synergien zwischen Landwirtschaft und Tourismus werden bereits seit Jahren genützt:

Die Landwirte sind Gestalter und Pfleger eines regionsprägenden Landschaftsbildes, aber auch die Lieferanten für hochwertige regionstypische Spezialitäten.
Gemütliche Gasthöfe, Jausenstationen und Mostbuschenschänken verwöhnen Sie mit bodenständiger Küche und Spezialitäten aus der Region.
Die Beherbergungsbetriebe mit den ca. 200 Gästebetten verwöhnen Sie in heimischer Atmosphäre und lassen Ihren Urlaub zum unvergesslichen Erlebnis werden.

 

Chronik

Gemeindezusammenlegung

Im Jahre 1973 entstand aufgrund des vom Kärntner Landtag beschlossenen Strukturverbesserungsgesetzes die "Großgemeinde" St. Paul im Lav. Sie umfasste neben dem Markt St. Paul auch große Teile der ehemals selbständigen Gemeinden St. Georgen und Granitztal. Bereits Jahre vorher war es zur Eingemeindung von Teilen der ehemaligen Gemeinde Legerbuch (1.1.1958) und Kollnitz (1.1.1964) gekommen.

 

Rückgemeindung

Die Gemeindezusammenlegung im Jahre 1973 ist gegen den Willen der Bevölkerung erfolgt. So kam es, dass aufgrund einer im Jahre 1990 durchgeführten Volksbefragung die ehemalige Gemeinde St. Georgen mit Beschluss der Kärntner Landesregierung am 1. Januar 1991 die Eigenständigkeit zurück erhielt bzw. wieder erlangt hat. Die Bewohner der ehemaligen Gemeinde Granitztal haben von der Möglichkeit einer Volksbefragung nicht Gebrauch gemacht, was daraus schließen lässt, dass die beiden Gebiete sich zu einer Einheit gefunden haben.

 

Die Bürgermeister der Gemeinde St. Paul

Jedes Gemeinwesen bedarf einer Ordnung und Führung und im Zeitalter der Revolution in der Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm als letzter Marktrichter ein gewisser Johann Kronegger als erster das Bürgermeisteramt in St. Paul. Die Liste der Bürgermeister der folgenden Jahre bis heute ist ein guter Querschnitt durch die Berufe der Bevölkerung des Marktes.

1849 - 1865   KRONEGGER Johann (letzter Marktrichter und erster Bürgermeister)
1865 - 1872    POPPMEIER Mathäus
1872 - 1886   KRONEGGER Johann, Stiftsrentmeister
1886 - 1890   AUSTEL Johann, Geschäftsmann
1890 - 1904   TONITZ Albert
1904 - 1910   KUNAUER Thomas, Schuster- und Gerbermeister
1910 - 1918   JÄGER Robert, Gastwirt und Realitätenbesitzer
1918 - 1921   TONITZ Julius
1921 - 1935   OFFNER Hubert, Gutsbesitzer
1935 - 1938   PEYER Karl, Installateurmeister
1938 - 1945   KUNAUER Dr. August, Tierarzt
1945 - 1945   PEYER Karl, kommissarischer Bürgermeister
1945 - 1950   STOLZ Franz, Elektrounternehmer
1950 - 1954   MOCHER Friedrich, Autofrächter
1954 - 1972   GREINER Rudolf, Oberstltn. a. D., Trafikant
1973 - 1976   PUCHER Rudolf, Landwirt
1976 - 1979   KÄFEL Willibald, Landwirt
1979 - 1990   LERNBASS Ignaz, Mittelschullehrer
1990 - heute  PRIMUS Ing. Hermann, Techniker

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